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Damen gelingt sensationeller Aufstieg in die 1. Liga

Das Frauenteam der HSG Aargau Ost lässt im zweiten Aufstiegsspiel nichts anbrennen: Damit ist der Aufstieg aus der 2. Liga in die 1. Liga Tatsache.

Eine sehr lange und intensive Saison fand am Sonntag ein erfolgreiches Ende: Das sehr junge Team der HSG Aargau Ost, bei der sich die meisten Vereine aus dem Raum Zurzibiet-Baden-Brugg engagieren, schaffte auf Anhieb den sensationellen Aufstieg in die 1. Liga. Dies ist die Krönung einer starken Saison, hat die Mannschaft doch schon im Februar den Regionalcup für sich entscheiden können. 

Zum zweiten Aufstiegsspiel empfing das Team am Sonntag in der Badener Aue die HSC Kreuzlingen. Die Ausgangslage war klar: Die Ostschweizerinnen mussten dieses Spiel mit mindestens zwei Toren gewinnen, um das Ticket zur 1. Liga zu lösen. Die HSG Aargau Ost konnte sich sogar eine hohe Niederlage von bis zu 14 Toren leisten, weil sie im ersten Match gegen Olten 2 mit 28:17 gewonnen hatte und die besten zwei der drei Teams aufsteigen. Jede Mannschaft spielte in der Aufstiegspoule je einmal zu Hause und auswärts.

Tonangebend zu Beginn

In den ersten 30 Minuten verlief das Match einseitig zu Gunsten der HSG Aargau Ost. Sie war die tonangebende Mannschaft und drückte dem Spiel klar den Stempel auf. Praktisch jede Aktion im Angriff krönten die Spielerinnen mit einem Tor. Es gelang einfach alles. Bis zur Halbzeit erhöhten sie das Skore auf 19:11 aus – ein beruhigendes Polster.

Die zweite Halbzeit gestaltete sich deutlich schwieriger. Ab der 45. Minute spielten sich die Thurgauerinnen in einen Rausch, holten Tor um Tor auf. So wurde es in der Schlussphase sehr spannend. Das Spiel wogte hin und her. Am Ende trennten sich die Teams 30:30. Das bedeutete für die HSG Aargau Ost den Aufstieg - ebenso wie für das spielfreie Olten. Kreuzlingen hat das Nachsehen. Bei Aargauerinnen brachen nach dem Schlusspfiff sämtliche Dämme. Die Erleichterung war allen Beteiligten ins Gesicht geschrieben.

Der Sieg im ersten Aufstiegsspiel

Zum ersten Aufstiegsspiel nach Olten war die HSG mit einer Portion Respekt gefahren, verfügt dieses Team doch über zahlreiche routinierte Spielerinnen, welche auch höherklassig spielen. Es stand also eine schwierige Aufgabe bevor. Von Anfang an lieferten sich die Teams einen packenden Kampf vor einer stimmungsvollen Zuschauerkulisse. Die HSG-Akteurinnen hatten grosse Mühe, ins Spiel zu finden. Nach 12 Minuten lagen sie mit 1:5 im Hintertreffen. Dabei hatten sie bis dahin nichts falsch gemacht. Das Trainerteam nahm jedoch einige leichte Korrekturen vor. Diese schienen zu wirken. Nach 20 Minuten war der Rückstand aufgeholt.

Die Partie verlief nun ausgeglichen. Bis zur Halbzeit entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Es gelang keinem Team, sich vorentscheidend abzusetzen. Beim Seitenwechsel lag die HSG Aargau Ost mit 11:9 in Führung.

Nach einigen wenigen Zeigerumdrehungen in der zweiten Halbzeit wussten die jungen Wilden der HSG zu gefallen. Zunehmend verlagerte sich das Spielgeschehen zu ihren Gunsten. Mit tollen Angriffskombinationen, welche erfolgreich abgeschlossen wurden baute man die Führung kontinuierlich aus. Nach 45 Minuten führten sie schon mit 8 Toren Unterschied.

Den Vorsprung verwalteten sie gekonnt bis zum Schlusspfiff. Am Ende resultierte ein doch beachtlicher 28:17-Sieg. Die Spielerinnen lagen sich nach dem ersehnten Schlusspfiff völlig aufgelöst in den Armen. Zu gefallen wusste vor allem die konsequent anpackende Verteidigung der HSG Aargau Ost. Sie hinterliess über die gesamte Spielzeit einen kämpferisch sehr soliden Eindruck. Dazu zeigen die HSG-Spielerinnen einen unbändigen Kampfgeist. Das Publikum sah eine sehr engagierte junge Mannschaft mit viel Potenzial.

Ausschlaggebend für den Aufstiegserfolg waren Zusammenarbeit, Einsatz und mentale Stärke.

Zusammenarbeit: Trägerverein der HSG Aargau Ost

Diverse Vereine von Handball Zurzibiet bis nach Wettingen (rund um den Siggenberg) haben sich vor zwei Jahren bekannt, die Mädchen und Frauen aus ihrem Stammvereinen in die HSG Aargau Ost zu integrieren. So ist es möglich, dass die Juniorinnen und Frauen in der Region ihren Lieblingssport ausüben können und zielgerecht gefördert werden.

Einsatz von Spielerinnen und Trainer

Die Trainer haben vor der Saison das Saisonziel ausgegeben: Möglichst lange ein Wort um den Aufstieg mitreden. Dem jungen, wilden Team holte sich in der ersten Phase der Meisterschaft souverän den ersten Platz  und qualifizierte sich für die Finalrunde mit fünf Teams aus der ganzen Schweiz. Für die Aufstiegspoule war Platz 3 nötig. Das gelang eindrücklich. In der Aufstiegsrunden gelang nun der Aufstieg. 

Für die Akteurinnen und den Trainerstab war klar: Man wollte aufsteigen! Dafür hat man in den letzten Wochen noch härter gearbeitet und viel investiert. Das Team ist kontinuierlich gewachsen. Die richtige Mischung konnte gefunden werden Es konnten diverse junge Juniorinnen erfolgreich in das bestehende Team integriert werden. Bedenkt man, dass das Team am Ende der letzten Meisterschaft fast in die 3. Liga abgestiegen wäre, so hat man mit der richtigen Durchmischung und Auffrischung die richtige Strategie gewählt.

Mentale Stärke

Das Trainerteam hat nichts dem Zufall überlassen und während der ganzen Saison immer wieder den Mentaltrainer Nino Paneduro in die Trainings miteinbezogen. Immer wieder hat man in der Halle Sätze gehört wie: "Wo sind wir? Im Fluss" – "Wie sind wir? Positiv" – "Wie sind wir? Selbstbewusst" – "Was machen wir nach dem Spiel? Party!" Und das so lange, bis es jede Spielerin wirklich geglaubt hat.

Ein grosser Dank gilt den zahlreichen Fans, die das Team immer unterstützt haben. Es war eine tolle Stimmung während den beiden Aufstiegsspielen. Das macht Mut für die 1. Liga. Diesem jungen Team ist auch für die nächste Saison einiges zuzutrauen. Die Damen sind hungrig auf mehr. Bedenkt man das Alter – im Durchschnitt rund 19 Jahre –, so können sie noch einiges erreichen. (azi)