TV Endingen




vs

GC Amicitia Zürich

Nächstes Handballspiel

Nationalliga A, Auf-/Abstiegsrunde
Mi, 31.1.2018, 20.00 Uhr, GoEasy, Station Siggenthal
Matchblatt





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Mi, 31.1.2018, 20.00 Uhr, GoEasy, Station Siggenthal
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Grandios gekämpft und belohnt!

Das letzte Spiel im aktuellen Jahr sollte ein zufriedenstellender Schlusspunkt unter eine durchzogene Hinrunde in der NLA werden. Im Hinspiel zu Hause gegen GC Amicitia Zürich noch überraschend hoch verloren, hatte sich Trainer Pejkovic nun einen anderen Auftritt seiner Mannschaft vorgenommen. 

Ein Dankeschön an die treuen Fans

Die Fangemeinde des TV Endingen war zahlreich in die Saalsporthalle nach Zürich gepilgert. Nach dem ernüchternden Spiel vom letzten Donnerstag wollten die Fans der Mannschaft ihre Unterstützung demonstrieren. Diese Unterstützung schien nötig, denn bereits in den ersten Minuten ahnten die Fans Böses. Komplett überrumpelt und nicht parat liess das Team eine butterweiche Deckung zu und geriet sehr schnell in Rücklage. Hinten zu passiv und vorne ohne erkennbaren Druck aufs Tor. Die Endinger spielten breit, gerieten eins ums andere Mal in Zeitdruck und zeigten Nerven.

Langsamer Start mit Biss und Durchhaltevermögen

Nach knapp vier Minuten kam dann der erlösende erste Treffer von Simon Wittlin und es sah ganz danach aus, als wenn sich bei den Endingern nun eine Blockade lösen würde. Was vorne einigermassen klappte, das funktionerte hinten gar nicht. Gabor Busa hatte eine äusserst schwierige Startphase und kam an keinen Ball heran. So stand Claudio Boccarelli ungewohnt früh zwischen den Pfosten, dieser Wechsel sollte sich entscheidend auf den Spielverlauf auswirken. Boccarelli zeigte eine Topleistung und wurde zum absoluten Matchwinner auf Endinger Seite.

Ganz langsam kam die Angriffsformation in Fahrt, die Spieler nutzten ihre Chancen und der TV Endingen konnte die Lücke bis auf zwei Tore schliessen. Die erste Gelegenheit zum wichtigen Anschlusstreffer klappte leider nicht und GC zog wieder mit drei Toren weg. In einer leichten Phase der Unsicherheit bei den Gastgebern konnte dann Tano Baumann wieder seinen Turbo zünden, er behielt den Überblick und schoss erfolgreich zum Anschluss. Die Fangemeinde freute sich lautstark über das zunehmend sichere Auftreten der Mannschaft, als dann in der 18. Minute der erste Ausgleichstreffer gelang, lag eine Wende in der Luft.

Blanke Nerven

Während sich Boccarelli im Tor sichtlich immer wohler fühlte und sogar einen Starfwurf glänzend parrierte, zeigten die Feldspieler Nerven. Dem inneren Erfolgsdruck hielten nicht alle stand. So musste Simon Wittlin bereits ins der 23. Minute das Spielfeld entgültig verlassen. Er wurde auf die Zuschauerbank verbannt nach zwei Fouls und einer unüberlegten Bemerkung. Auch Lukas Schubnell brannten einmal die Sicherungen durch. Seine auferlegte Ruhephase auf der Bank reichte aber aus, um seinen Fokus aufs Spiel zu lenken.

Die Spannung steigt

Die Führung lag immer wieder in der Luft, doch die Endinger nutzten die sich bietenden Chancen nicht knallhart aus. Der Siegestreffer wollte einfach nicht gelingen, das Selbstvertrauen schien zu kippen. Trainer Pejkovic holte die Mannschaft durch ein Teamtimeout zurück und verhalf ihr zu einer Verschnaufpause. Boccarelli hielt seinem Team den Rücken frei, doch im Angriff gelang durch fahrlässige Trödelei nichts. Mit einem leicht enttäuschenden 14:12 ging es in die Pause. Das Team hatte sich stetig gesteigert, alles war möglich und zwei Punkte lagen in der Luft.

Armin Sarac verletzt

Gleich im ersten Angriff musste Armin Sarac verletzt vom Platz. Sein lädiertes Knie hatte eine Umdrehung zu viel, einen zu starken Schlag abbekommen. Er konnte sein Team nicht mehr unterstützen. Auch Gal Adamcic humpelte vom Feld, liess sich längere Zeit behandeln, kam aber wieder mit Biss zurück. Das Team liess sich von diesen Ausfällen nicht beeindrucken, der Druck nahm zu und der zweite Ausgleich erfolgte. 

Reger Schlagabtausch - dramatisches Finale

Die erstmalige Führung gelang dem wieselschnellen Tano Baumann, der seine Chancen nutzte und nervenstark erfolgreich verwandelte. Die Endinger zeigten sich immer entschlossener, bissen sich durch und kämpften um jeden Ball. Oft rieben sich sich in der Mitte auf, liefen in die gegnerische Mauer, es sah nicht immer erfolgsversprechend aus, doch der viel gepriesene Teamgeist war entfacht. So stark die Endinger auftraten, so wenig gaben sich die Gastgeber geschlagen. Die Endinger schafften es einfach nicht, den Torabstand zu vergrössern und ein wenig Sicherheit in ihr Spiel zu bringen. So fand ein reger Schlagabtausch statt. Der harte Kampf auf dem Feld war Nervenkitzel pur auf den Tribünen. Der Sieg schien drei Minuten vor Schluss gefährdet, als die Endinger durch eine blöde Unkonzentriertheit den Ball verloren und GC wieder die Führung übernahm. Unter den Fans schien das Spiel schon gelaufen, als plötzlich Lars Mallien aus der Deckung schoss, den Ball frech abnahm und den erneuten Ausgleich erzielte. Christian Riechsteiner behielt auch im letzten zugesprochenen Strafwurf die Nerven und schoss seine Mannschaft in diesem Krimi wieder in Führung. Den minimalen Vorsprung liessen sich die Endinger nun nicht mehr nehmen. Der erlösende Schlusspfiff erfolgte beim erfreulichen Schlussstand von 22:23. Mit diesem Sieg schafften es die Endinger, sich vom letzten Tabellenplatz auf den 9. Platz zu verbessern.

Der Sieg ist ein versöhnlicher und erlösender Schlusspunkt nach einer schwierigen Hinrunde. Aussergewöhnlich viele Verletzungen, die sich bei einigen Spielern lang hinzogen, prägten die letzten Monate. Die grosse Unruhe durch den abprupten Trainerabgang half auch nicht beim dringend benötigten Aufbau des Teams. Auch der Auftritt im Derby half nicht, das notwendige Selbstbewusstsein zu festigen. Leonard Pejkovic brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: "Wir haben das gebraucht. Die Leistung von Donnerstag hat weh getan, so war es nicht sehr einfach, heute aufs Spiefeld aufzulaufen. In der Startphase haben wir dann auch gepennt. Doch wir haben eine Reaktion gezeigt, dass wir 2017 erfolgreich abschliessen konnten und mit diesem positiven Ergebnis ins 2018 einsteigen können. Die Reaktion war nicht selbstverständlich, doch wir haben gekämpft!"
 

GC Amicitia Zürich - TV Endingen 22:23 (14:12)

Saalsporthalle Zürich, 352 Zuschauer, SR Keiser, Rottmeier.

TV Endingen: Busa, Boccarelli, Grana; Adamcic (2), Baumann (4), Feldmann, Huwyler, Knecht (1), Mallien (1), Mühlebach (1), Riechsteiner Ch. (6), Riechsteiner L. (1), Sarac (3), Schubnell, Sudzum (3), Wittlin (1).

GC Amicitia Zürich: Scheling; Bakos (5), Dannmeyer (2), Frietsch (5), Heyme, Ineichen, Koller, Laszlo (1), Leitner (2), Pocz-Nagy, Pospisil, Quni (3), Sartisson, Schild (3), Zildzic (1).

 

Bilder: Pedro Gisin