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«Die Mannschaft hat Wille und Herz»

Ab Januar übernimmt Zoltan Majeri das Traineramt beim TV Endingen

Alexander Wagner

Nach dem überraschenden Rücktritt des Endinger Trainerduos mit dem Aufstiegstrainer Peter Szilagyi und Goalietrainer Philipp Ramseier sprangen der ehemalige Erfolgstrainer Toni Hasler, der eigentlich als Teammanager vorgesehen war, sowie die beiden verletzten Spieler Nemanja Sudzum und Leonard Pejkovic ein. Doch es war allen Verantwortlichen klar, dass dies nur eine kurze Übergangslösung sein kann. Der serbische Shooter Sudzum kehrt langsam ins Team zurück und zeigte nach seiner Schulterverletzung im Derby gegen den HSC Suhr schon wieder eine ansprechende Leistung, als einer der wenigen in seinem Team. Der slowenische Kreisläufer Pejkovic hofft nach der Pause im Januar wieder auf der Platte zu stehen. «Es gibt noch viel zu tun», meinte Hasler nach dem klar verlorenen Derby lakonisch. Stimmt und ein nicht unwesentlicher Teil davon müssen auch er und der neue Trainer leisten.

Ehemaliger Hopper

Ab Januar wird der 44jährige Zoltan Majeri das Traineramt übernehmen. Der Kosmopolit ist in der Schweiz kein unbekannter, hütete er doch für knapp zwei Saisons das Gehäuse der Grasshoppers. Majeris Vater ist Franzose, die Mutter aus Ungarn, doch er hat auch die rumänische Staatsbürgerschaft. Als Spieler hat der ehemalige Torhüter eine lange und bewegte Geschichte hinter sich: So spielte er unter anderem in Deutschland, Ungarn, Mazedonien, der Ukraine, Dänemark, Island und eben bei den Zürcher Grasshoppers. Mit Zaporoschje lief er auch in der Champions League auf, zudem konnte er mehrere nationale Meistertitel und Cupsiege in den diversen Ländern in seinem Palmares verbuchen. Als Trainer wirkte der 1,92 Meter grosse Goalie bei FRAM Reykjavik im handballverrückten Island, zuerst bei den Junioren und dann mit dem Fanionteam. Die letzten knapp sieben Jahre agierte der sprachgewandte Rumäne, der nicht weniger als acht Sprachen spricht, bei US Yverdon, wo er als Trainer und Direktor der Handballakademie in Genf arbeitete.

Vollamtlicher Trainer

Mit Endingen übernimmt er den Tabellenletzten der Nationalliga A. Er wird sich natürlicher in erster Linie um das Fanionteam kümmern, daneben aber auch diverse Juniorteams trainieren. Im regionalen Leistungssportzentrum «HARZ» und der neuen Organisation HSG Aargau OST, bestehende aus zehn Vereinen der Region, wird er Übungseinheiten mit den talentierten Junioren der Region absolvieren. Denn das Ziel von Endingen bleibt mit 12/12 das gleiche: Das heisst sich unter den besten 12 Teams des Landes zu platzieren, möglichst mit eigenen Spielern aus der Region.

«Team hat Wille und Herz»

Majeri wird seine Zelte in der Romandie abbrechen und mit seiner Familie nach Endingen ziehen. Der Kontakt kam über Martin Pauli, einen der versiertesten Goalietrainer des Landes, zu Stande. Pauli wirkte sieben Jahre in Endingen als Trainer der Keeper. Eingefädelt hat den Wechsel des neuen Trainers dann Geschäftsführer Christian Villiger, selber ein ehemaliger Goalie. «Ich hatte schon beim ersten Gespräch mit Villiger ein gutes Gefühl», betont Majeri. Er unterschrieb einen Vertrag bis zum Ende der laufenden Saison und für die nächsten zwei Spielzeiten. «Die Mannschaft hat viel Wille und Herz. Sie wollen für diesen Verein spielen», hat Majeri schon gesehen, der beim Derby dabei war. «Das ist für mich eine der wichtigsten Komponenten», betont er. Die Arbeit wird dem neuen Trainer in nächster Zeit sicherlich nicht ausgehen, hat man doch gegen Suhr gesehen, dass die Mannschaft momentan doch etwas verunsichert ist. «Sie hatten einen schlechten Tag. Da müssen wir viel arbeiten. Im Kopf und auf dem Feld», weiss der neue Trainer. Ab dem 3. Januar wird er versuchen, mit der Mannschaft seine Ideen umzusetzen und Endingen wieder auf die Spur zu bringen.