Pfadi Winterthur




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TV Endingen

Nächstes Handballspiel

Nationalliga A, Meisterschaft
Sa. 2.11.2019, 17.30 Uhr, AXA Arena, Winterthur
Matchblatt





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Abschiedsgeschenk für den Teamsenior

Die Zurzibieter sind gegen den TV Stein nach einem Blitzstart in Bedrängnis geraten. Letztlich haben sie doch noch einen versöhnlichen Abschluss feiern können.

(fs) – Achtung, fertig und los! Die Einheimischen führten nach fünf Minuten mit 6:0. Aber die Dominanz und Zielstrebigkeit wurden eingebüsst. Der Euphorie folgte eine spürbare Verunsicherung, was ein Spiegelbild der harzigen Rückrunde war. Die als Absteiger feststehenden Gäste zeigten sich gewillt, eine Ueberraschung zu schaffen.  Für die SG Zurzibiet-Endingen ging es um die Pflicht, den eigenen Anhang nicht wieder zu enttäuschen. Hüben wie drüben gab es strittige Entscheide, was die Volksseele kochen liess. Von daher konnte vom Kehraus-Charakter keine Rede sein. Für Gesprächsstoff war reichlich gesorgt.

Rückraumspieler und Assistenztrainer Marcel Busch – geboren am 29. Oktober 1980 und wohnhaft im grenznahen Lauchringen – beendete seine Karriere im HBZ-Dress. Dafür wurde er gebührend verabschiedet. Zum positiven Resultat, womit der dritte Gruppenrang verteidigt wurde, meinte er mit einem Augenzwinkern: „Es ist Tradition, beim Duschi-Fäscht zu gewinnen. Nein, eigentlich waren wir dem Gegner überlegen. Durch Eigenfehler haben wir ihn ins Spiel zurückgebracht. Jeder wollte im letzten Ernstkampf einen Sieg einfahren, deswegen vermochten wir noch einen Zacken zuzulegen.“ Uebrigens: In der Aufstiegsrunde wären Yellow Winterthur 2 und FSG Lausanne-Ville/Cugy 1 die Gegner gewesen.

Wohl etwas des Guten zu viel…!

Mit dem blockweisen Wechsel nach einer Viertelstunde konnte der Spielfluss nicht aufrechterhalten werden, zumal sich die Zurzibieter in dieser Konstellation noch nie auf dem Feld befanden. Dazu bemerkte Marcel Busch: „Der Vorsprung war durchaus zu verwalten, wenn wir die taktische Marschroute umgesetzt hätten. Es handelte sich teilweise um Standhandball. Genau das hatte Trainer Michael Spuler angesprochen, weil wir dann gewisse Probleme bekommen. Wie so oft sollte er mit seiner Prognose Recht behalten.“ Der Spielfluss ging verloren, und die Laufwege wurden nicht mit der nötigen Präzision durchgeführt. Zudem bekundete die Deckung enorme Abstimmungsprobleme.

Die Vorgaben für den zweiten Durchgang lauteten: Fehler abstellen, Tempo steigern und weitere Tore vorlegen! Es wurden jedoch reihenweise hundertprozentige Chancen vergeben. Wahrscheinlich war die deutliche Führung für einige der Grund dafür, ein paar Gänge runterzuschalten. Dann ist es vor allem für die Jüngeren schwierig, ins Spiel zu finden, wenn es die Routiniers nicht besser machen. Aber am Ende hatten auch die Jungspunde ihren Anteil am umjubelten Heimsieg.

Schon besonders und speziell

Auf die Frage, ob für ihn die Vorbereitung anders als sonst verlief, antwortete Marcel Busch: „Ja, der Freitag war für mich sehr emotional. Nach dem letzten Training habe ich realisiert, dass es wirklich zu Ende ist. Ich war sicherlich eine Spur nervöser und wollte nochmals Gas geben. Ich hatte einige Tricks vorbereitet, die ich aufgrund des Verlaufs nicht auspacken konnte. Es war wichtiger, wieder Sicherheit in die eigenen Reihen zu bringen. Dann sind Zaubertricks fehl am Platz.“ Gleichwohl war er Passgeber zum Fliegertor von Maxi Feldmann in den Schlusssekunden. Kurz vor Matchbeginn wurde ihm eine wohlverdiente Ehrung zu teil. Die Worte berührten ihn, und sie waren Balsam für die Seele. So etwas ist unbezahlbar und hat ihn mit dem Dank an die Kollegen echt gefreut. Beim allerletzten Einsatz trug er auch noch die Kapitänsbinde.

Handballer von klein auf

„Ehrlich gesagt hatte ich gar keine Zeit, um alles zu realisieren“, fasste Marcel Busch seine Gemütslage zusammen. „Nach dem Abpfiff gab es so viele Glückwünsche und lobende Worte, und meine zwei Jungs haben mich abgelenkt. Ich glaube, sonst hätte ich mir die eine oder andere Träne nicht verdrücken können.“ Gerade jetzt, wenn er die Fragen beantwortet, kommen einige Emotionen hoch. Es fiel ihm schwer aufzuhören. Aber er wollte den richtigen Zeitpunkt nicht verpassen und auch keine gesundheitlichen Schäden mitnehmen. Die Sprunggelenke sind leicht lädiert. Er braucht jedoch den täglichen Sport, und den will er nie in eingeschränkter Form ausüben. In den 33 Jahren blieb er vor grösseren Verletzungen verschont, einzig ein Muskelbündelriss hat ihn für eine halbe Saison ausser Gefecht gesetzt.

Eine schöpferische Pause

Marcel Busch wird in der neuen Saison nur als Zuschauer die Hallen und Stadien besuchen. Er will erstmal Abstand gewinnen und den Kopf durchlüften. Er hofft, dass seine Söhne für sich einen Sport finden und den mit der gleichen Leidenschaft ausführen. Wenn es Handball ist, würde er sich noch mehr freuen. Es ist eine Frage der Zeit, dass er sich in der Jugend engagiert. Dann kann er auch die eigenen Erfahrungen und diejenigen von Michi Spuler, der ihm neue Inputs und Sichtweisen aufgezeigt hat, später an den Nachwuchs weitergeben.

SG Zurzibiet-Endingen – TV Stein 30:27 (15:14)

Halle Tiergarten, Bad Zurzach – 70 Zuschauer
SR: Metzmeier/Stalder
Torfolge: 6:0, 8:3, 11:6, 13:11, 15:13, 16:17, 19:21, 24:22, 25:25, 28:25, 30:26.

Aufstellung SG Zurzibiet-Endingen: Spuler Fabian, Lier Brian, Braun Yanick; Binder Dave (5), Bürli Pascal, Busch Marcel (4), Erne Lukas (1), Feldmann Maxi (3), Grossrieder Nick (1), Moser Nicola (1), Schneider Silvio, Spuler Florian (3), Spuler Rafael (9), Tatti Fabrizio (3/1).